09/03/2009

Manchmal, wenn mich ein neugieriges Verlangen nach solch abenteuerlichen Dingen angewandelt, habe ich den Reisenden beneidet, der solche Wunder mit anderen Wundern in lebendiger alltäglicher Verbindung sieht. Aber auch er wird ein anderer Mensch. Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen, und die Gesinnungen ändern sich gewiss in einem Lande, wo Elefanten und Tiger zuhause sind.
[Goethe, Wahlverwandschaften]

08/03/2009

"Verwöhnt in seiner Einsamkeit (...) reist der Weiße durch Afrika und sieht nichts." [Cees Noteboom: Mondland Mali]
"les bateaux, les pirogues, le machin... est-ce qu´il n´y a rien d´autre comme image qui représente la migration?"

05/03/2009

"Aber man fährt wie eine abgeschossene Kanonenkugel über die Erde dahin, und wenn man heimkommt soll man rings ihre Höhen und Tiefen erkundet haben." [Chamisso, Reise um die Welt]

03/03/2009

"die Flut des Tourismus als eine einzige Fluchtbewegung aus der Wirklichkeit" [H.M. Enzensberger, 1958]

02/03/2009

car JE est un autre.[Arthur Rimbaud]

01/03/2009

They are walking in our office, taking pictures of us.
At the moment they are walking down from the ferry, everything and everybody becomes an object.
Si les touristes te prennent en photo sans demander, tu peux au moins dire: "Ecoutez Monsieur, il n´y a pas de problème de prendre des photos, mais ca serait bien de demander avant le faire." Mais s´ils te prennent de loin, qu´est-ce que tu veux faire?
En plus, ils mettent souvent les photos sur internet. Mon père, ca fait deux ans qu´il est décédé, mais il y a peu de temps, quelqu´un ma dit: J´ai vue ton père sur l´internet.
Der Indianer, der den Kolumbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung.
[Georg Christoph Lichtenberg]

26/02/2009

"At that time there were many blank spaces on the earth, and when I saw one that looked particulary inviting on a map (but they all looked like that) I would put my finger on it and say: When I grow up I will go there."
[Joseph Conrad, The Heart of Darkness.]
passé composé, 3e personne du pluriel: ils ont pirogé

25/02/2009

j´ai appris un nouveau verbe important: piroguer

24/02/2009

Im Unterschied zu anderen TouristInnen verstehen sich AlternativtouristInnen als „kosmopolitisch, multikulturell und reisend“. Um den Distinktionsgewinn ihres mobilen und multikulturellen Lebensstils aufrechterhalten zu können, brauchen sie nicht nur den verteufelten Massentourismus als Gegenpol zur eigenen Individualität, sondern auch ein unbewegliches monokulturelles Gegenüber: die bereiste Gesellschaft. Deren Kultur wird dabei nicht weiter ausdifferenziert an ein klar abgrenzbares Territorium gebunden und in eine vormoderne Zeit verlagert. (...) Den Bereisten wird hier die Bewegung im selben Raum abgesprochen. Die eigene kulturelle Identität wird dabei jedoch nicht konkreter bezeichnet. Vielmehr beanspruchen die KonsumentInnen eine privilegierte Leerstelle für sich, indem ihre weltumspannende und multikulturelle Ideologie die „Fremden“ als Marionetten ihrer Kollektive betrachtet (schließlich ist deren Bodenständigkeit für die Abgrenzung zum mobilen Tourismus konstitutiv) während sie selbst die Anerkennung der Kulturenvielfalt als politisch korrekte Einstellung vor sich hertragen und zugleich Wertneutralität gegenüber kulturellen Unterschieden deklarieren. Voraussetzung hierfür (...) ist ein Bewusstsein über eine gesellschaftliche Ordnung aus immobilen kulturellen Identitäten und mobilen multikulturellen TouristInnen. Damit versetzt sich letztere durch ihre eigene vermeintliche Inhaltsleere und proklamierte Wertneutralität in eine gehobene Position. Diese gehobene Position ist durch einen privilegierten Zugang zu einer möglichst großen Anzahl immobilisierter Kulturen gekennzeichnet, also durch das Privileg nahezu uneingeschränkter eigener Mobilität bei gleichzeitiger Unbeweglichkeit der Anderen.Ramona Lenz nach: Turbulente Ränder. Neue Perspektiven auf Migration an den Grenzen Europas. Bielefeld, 2007